Helnwein ( kuenstler )
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Uitgeverij Boom
Peter Sloterdijk

paperback

REGELN FUR DEN MENSCHENPARK
Regels voor het mensenpark

Regels voor het mensenpark
Kroniek van een debat
Op 20 juli 1999 hield de Duitse filosoof Peter Sloterdijk een spraakmakende lezing waarin hij het 'einde van het humanistische tijdperk' inluidde. De grote vraag die Sloterdijk opwerpt is: zijn de democratieën van nu in staat om hun eigen humanisme ter discussie te stellen, andere beschavingsstrategieën te ontwikkelen en nieuwe regels voor het samenleven te bedenken?

Regels voor het mensenpark, zoals de lezing heette, bevat de belangrijkste hoogte- en dieptepunten in het heftige debat dat Sloterdijks statements sindsdien in Europa uitlokten.

Bijdragen van Peter Sloterdijk, Rainer Stephan, Thomas Assheuer, Lorenz Jäger, Rüdiger Safranski, Slavoj Zizek, Ernst Tugendhat, Antje Vollmer, Thomas Anz, Robert Spaemann, Bruno Latour, Henri Atlan, Ronald Dworkin, Paul Scheffer en Jan

Gottfried Helnwein :
verschenen:
november 2000
druk:
3e druk 2005
origineel:
Vertaling
W. Boevink, vertaling P. Beers, A. Adria
ISBN: 9053525793



Katharina Schultens - Die Sloterdijk-Debatte: Grundzüge der Inszenierung eines Skandals
(Auszüge)

Grundlagentext: Peter Moser, „Der Fall Sloterdijk“ in: „Information Philosophie“, Ausgabe Oktober 1999, außerdem Artikel aus der „Zeit“; dem „Spiegel“, der „FAZ“


II Zur Person Peter Sloterdijks
- 1947 in Karlsruhe geboren. Studium der Philosophie, Geschichte und Germanistik, 1976 Promotion
- seit 1992 Philosophie-/Ästhetikprofessur an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, seit 1993 auch an der Wiener Kunstakademie
- 1983 bekannt geworden mit dem Werk „Kritik der zynischen Vernunft“ („Die Faszination für intellektuelle Kultur bestand in der Möglichkeit, mit dem Bestehenden auf eine heitere Art einverstanden zu sein.“ Michael Schefzyk)
- seitdem 18 Bücher, (Herausgeber der Reihe „Philosophie jetzt!“ (Diederichs)) und Beiträge zu verschiedensten Themen in den Medien ® in Augen der Öffentlichkeit neben Jürgen Habermas zu dem Philosophen avanciert (Peter Moser)
- Anpassung an Tendenz des Fernsehens, Unterhaltung in den Vordergrund zu stellen? Pointierte Formulierungen, schöne Sprache Sloterdijks! (Wertung von Moser)
- Bewunderer Habermas´, im Verlauf der Debatte entstand aber Rivalität
- unterschiedliche Rezeption in der Fachwelt, Habermas anerkannt, Sloterdijk wird als
„ Modephilosoph“ betrachtet, sogar ignoriert, da er keine Argumente vorzuweisen hat (Wertung von Moser)
- jüngstes Werk: „spekulatives geschichtsphilosophisches Opus magnum“ (Moser), „Sphären“
- Moser dazu: Diskurse mit Platon, Nietzsche, Spengler und Heidegger

® bis auf Spengler auch die Philosophen, mit denen er sich in der sogenannten „Elmauer Rede“ beschäftigt! (insbesondere Heidegger)


III Die Vorgeschichte der sogenannten „Elmauer Rede“
1997 findet in Basel anlässlich der Humanismus-Feierlichkeiten eine Tagung über „Neue Wege des Humanismus“statt. Peter Sloterdijk hält dort eine Rede mit dem Titel: „Regeln für den Menschenpark. Eine Antwort auf den Humanismusbrief“. Ausgehend von einer Definition des Humanismus als Lese-,Schreib- und Briefkultur bezieht er sich darin auf Platon und Friedrich Nietzsche und sucht die direkte Auseinandersetzung mit Martin Heideggers „Brief über den Humanismus“ (Fußnote) von 1946.
Es kommt in Basel zu keiner Kontroverse, geschweige denn zu einem Skandal. Ein solcher entsteht erst im Sommer 1999, als Peter Sloterdijk seinen Baseler Vortrag anlässlich eines Heidegger-Symposiums auf Schloss Elmau bei Garmisch wiederholt. Als Thema dieses Symposiums hat der Veranstalter Dieter Müller „Jenseits des Seins – Philosophie nach Heidegger. Die ethisch-theologische Wende der Philosophie nach Heideggers Destruktion der Ontotheologie“ angegeben und neben sechzehn Philosophen auch zwei Theologen eingeladen. Mitorganisatoren sind das Van-Leer-Institut Jerusalem und das Franz-Rosenzweig-Center der Hebräischen Universität Jerusalem; eine Tatsache, die für den ersten Teil der späteren Debatte noch von Bedeutung sein wird. Diese Debatte allerdings entsteht langsam und findet als Inszenierung in drei Akten statt.
Gegenstand der weiteren Ausführungen ist es demnach, Anlässe, Aufbau und die zum Teil deutlich erkennbare Inszenierung des „Meta-Skandals“ seitens der Beteiligten (Einfügen: Fußnote P. S. ZEIT 37, Brief an Habermas) offenzulegen und gegebenenfalls zu interpretieren. Dabei soll zunächst eine kurze Zusammenfassung und Analyse der umstrittenen Passagen der Rede vom 17. Juli 1999 folgen.

Offener Brief an Sloterdijk von Manfred Frank, Professor für Philosophie in Tübingen
-ist eigentlich contra-Habermas und nicht Heidegger-abgeneigt, kritisiert Sloterdijk aber scharf
-(Leitartikel im Teil Wissen)
-geht auf philosophische Grundlagentexte ein (vor allem Heidegger)

Nun wird über die Debatte an sich diskutiert – wie sie geführt wird, worum es eigentlich geht, warum sie geführt wird, wieso sie typisch deutsch ist und in welcher Tradition sie steht.

So erscheint in der „FAZ“ am 27.09.99 ein „teilweise-pro-Sloterdijk“ Artikel der Grünen-Politikerin Antje Vollmer:
- früher habe sich die Politik mit den Künstlern angelegt, heute seien es die politischen Feuilletonisten, die Streit suchten – als „Generale und Generalisten“
- nennt Reihe von Namen, die in den letzten Jahren "in Verruf geraten" sei, denen man gefährliches Denken oder faschistoides Denken, Malen oder Schreiben vorgeworfen habe (Botho Strauß, Anselm Kiefer, Martin Walser, Hans Magnus Enzensberger, Gottfried Helnwein, Peter Handke)

- Sloterdijk der erste, der in diesem "Gesellschaftsspiel" nicht Verlierer ist? – Publikum beginne sich zu langweilen, wenn immer wieder Menschen als Faschisten bezeichnet, die keine seien
- sensationsheischende Skandalisierung seines Vortrages sei zu dreist gewesen und habe gezeigt, dass Text nicht richtig gelesen worden sei (sobald Text "auf dem Markt" (!!!) gewesen sei, sei Skandal verschwunden)
- Hysterie habe ohne textliche Grundlage agiert, außerdem sei nun klar, dass in den deutschen Feuilletons ein Bildungsnotstand herrsche
- mehrere Konflikte: der zwischen Sloterdijk und Habermas; der, ob man Heidegger noch oder wieder lesen dürfe, ihrer Meinung: man werde nicht von schlechten Künstler-Biographien infiziert, nur weil man ihre Werke lese, und dies gelte auch für Politiker und Philosophen
- in Philosophie und Politik habe in den letzten Jahren ein Prozess der Übermoralisierung stattgefunden, der tatsächlich jakobinistisch; Tugendanforderungen seien maßlos
- Übermoralisierung und Erzeugen medial optimierter Lichtgestalten sei in Mediengesellschaft sehr wirkungsvoll und habe zu aufstieg des rot-grünen Politikmodells geführt – Tugendmodell sei aber flüchtig, kann sich von Person lösen, muss ständig bestätigt werden
- kritische Theorie = Wächterrolle des Intellektuellen in der Öffentlichkeit, bei Sloterdijk: Er selbst als Philosoph in der Heine-Tradition; Habermas als Mahner in der aufklärerisch-humanistischen Tradition und - Mohr, Stephan, Assheuer als journalistische Philosophenschüler ("Alarmgänse"), die in angeblichem Interesse der Öffentlichkeit und dem (eigentlichen) Show-Interesse Alarm schlügen, auch wenn kein Anlass bestehe
- Ironie der Inszenierung bestehe darin, dass Sloterdijk den Prozess und Verlauf der Debatte selbst zu Beweisverfahren seiner These mache, dass Projekt Diskurstheorie ("Zivilisierung des Argumentenstreits in der öffentlichen Debatte") gescheitert ist – alle Rollendarsteller arbeiteten freiwillig daran mit
- all das sei "komisch" und erzeuge "befreiendes Gelächter"


RITTER DER ÜBERMORAL - Antje Vollmer
Frankfurther Allgemeine Zeitung
27. September 1999

Antje Vollmer, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages: Zur Sloterdijk-Debatte
Die Reihe der großen Namen ist lang, die in den letzten Jahren in Verdacht und Verruf gerieten.
Botho Strauß, Anselm Kiefer, Martin Walser, Hans Magnus Enzensberger, Gottfried Helnwein, Peter Handke
- ihnen allen wurde "gefährliches Denken", Abdriften in "Untiefen" oder "Fischen im Trüben" vorgeworfen, wenn man sie nicht gleich verdächtigte, "faschistoid" zu denken, zu malen oder zu schreiben.



2005 Uitgeverij Boom Peter Sloterdijk



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