28. septiembre 2007
Die Aufregung um das verbotene Kölner "Nibelungen"-Plakat beweist: Es gibt zum Glück noch Bedenkenträger, die sich über Theaterreklame aufregen
Den berühmtesten Theaterplakatskandal der alten Bundesrepublik löste einst "Die Vereinigung Deutschsprachiger Bürgerinitiativen zum Schutz der Menschenwürde in Deutschland, Frankreich, Holland, Italien, Luxemburg, Österreich und Schweiz" aus. Dieses sprachliche Menschenrechtsverbrechen erstattete 1988 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen ein Plakat, das Gottfried Helnwein für Peter Zadeks Inszenierung "Lulu" im Deutschen Schauspielhaus entworfen hatte. Es zeigte einen kleinwüchsigen Mann, der einer Frau in den entblößten Schritt blickt. Die Debatte darüber, ob das "Pornografie" sei, beschäftige die Feuilletons lange, denn Zadek stand im Zenit seines Ruhms, und Hamburg war noch die Pressemetropole schlechthin.
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